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Purim – oder wie drücke ich mich am besten

Purim ist im Anmarsch. Ein Fest, auf das sich zumindest Kinder vermutlich mächtig freuen. Kostümieren, Prinzessin oder Räuber (naja, in etwa) sein… Süßigkeiten….Spaß…Freude. Klingt nach Karneval? Ja, ist es ja auch irgendwie. Es gibt Paraden, es wird getrunken, man darf trinken, reichlich, „bis man nicht mehr weiß“…

Und ich? Ich zermarter mir das Gehirn, wie ich der angeordneten Freude entgegehen kann. Ja, ich weiß, niemand zwingt mich. Aber es gibt nun auch Synagogen, in denen angezeigt wird, wann Lärm zu machen ist und wann man still zu sein hat (Rot = Ruhe, Grün = Lärm), alle sind so schrecklich fröhlich, so plötzlich und ja, irgendwie doch nur, weil dieser Tag ist, an dem man fröhlich sein muss. Ja, es war ein Sieg, einer der wenigen. Die Juden wurden nicht ermordet. Ihnen wurde erlaubt, sich zu verteidigen. Doch haben sie sich nur verteidigt? War der Mord an der Bevölkerung reine Verteidigung? Wir können es so oder so auslegen. Wirklich wissen wird es niemand.
Das Wunder, das Esther geschafft hat, ist zu feiern. Sie konnte den König überzeugen, die Juden nicht zu töten. Ich frage mich zwar, wie sie verheimlichen konnte, dass sie Jüdin ist…aber gut. Dennoch plädiere ich dafür an diesem Tag auch nachdenklich zu sein.

Zurück zur eigentlichen Frage, wie drücke ich mich also nun vor Kostüm und für mich künstlicher Fröhlichkeit? Wie immer, ich muss eh arbeiten…aber Hamantaschn gibt’s trotzdem und am besten warm…

 
Aert de Gelder: Esther und Mordechai, 1685, Budapest

2 Comments

  1. Anonym Anonym

    >aber Hamantaschn gibt's trotzdem und am besten warm…

    Ich finde es seltsam, daß die Hamantaschen ausgerechnet nach der negativ besetzten Gestalt Haman benannt wurden und nicht nach einem der positiven Beteiligten wie Esther oder Mordechai. Ist der Grund dafür eigentlich bekannt?

  2. Nun, bei uns heißen sie eigentlich Hamanohren, was aber offensichtlich nicht die allgemein übliche Bezeichnung ist. Sie sehen ja auch irgendwie aus, wie hässliche Ohren (was dann die Füllung ist, wollen wir nicht näher bedenken). Also ich finde gerade unter dem Hintergrund der Frage Ohren deutlich plausibler.
    Ich habe gerade nachgelesen, eine Theorie besagt, dass das Gebäck ursprünglich yiddish Mon-Tashn, also Mohntaschen genannt wurden, eine weitere Theorie sagt, es sei der dreieckige Hut Hamans. Also, viele Namen und Erklärungen für eine leckere Sache…Man lernt nie aus…

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