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Ein Mensch stirbt

Und eigentlich interessiert es die Welt nicht sonderlich. Es interessiert nur seine Welt, die Welt, die jetzt um ihn ärmer ist. Die ab jetzt in Erinnerungen leben wird.
Gestern kam der Anruf, plötzlich, unerwartet und doch eigentlich noch zu jung. Ein gemischtes Gefühl entstand in mir. Er starb, wie man es sich nur wünschen kann, im Schlaf. Und dennoch, mit so einem Anruf habe ich nicht gerechnet.
Daher nehme ich Abschied, nehme Abschied in meinen Gedanken.
In meiner (jüdischen) Welt gibt es Rituale, die helfen. Aber was ist, wenn man in einer Familie mit allen möglichen Religionen lebt? Mein erster Impuls war das Kaddisch. Woher kommt das? Ist es einfach nur das Ritual, dass für uns einfach dazugehört? Es war das Bedürfnis „irgendwas“ zu machen in diesem Moment der Hilflosigkeit. Es ist seltsam wie tief Rituale in einem stecken.

Aber eigentlich einfach nur danke! Danke, dass Du Dich so um mich gekümmert hast, als ich völlig überwältigt am 17. November 89 in Hamburg ankam. Danke, dass Du die Stadt zu einem Zuhause gemacht hast. Danke, dass Du mich einfach wirklich nur genommen hast, wie ich bin. Nie hinterfragt hast, sondern jeden Menschen einfach nur gut behandelt hast. Ohne Dich wird die Stadt kälter sein. Der Vierbeiner und ich werden Dich sehr vermissen. Und übrigens, die Möwe fliegt immer noch….

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