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Chanukkia in Berlin

Es war ja klar, meine Kamera hatte ich wieder zu hause gelassen, als ich am Dienstag zum Brandenburger Tor ging, um die inzwischen alljährliche „Erleuchtung“ der Chanukkia dort zu beobachten. Ich hatte etwas mit mir gerungen, als ich der diesjährige Ehrengast verkündet wurde. Veronica Ferres, als deutsche Mutter per se, ist jetzt nicht so mein Fall. Mir war auch nicht ganz klar, warum sie da sein wird. Aber Chabad wird schon wissen, was sie tun – und sie tun wenigstens. Ex-Minister Jung war übrigens auch anwesend. Ja, dumm, dass dieser Termin wohl schon vor dem Rücktritt feststand. Und der Botschafter der USA ist auch eben mal über die Straße gekommen. Dass irgendwie dieses Jahr bei mir nicht die rechte Stimmung aufkam liegt sicherlich an anderen Dingen. Heute aber habe ich entdeckt, dass sich noch jemand über die Ferres wunderte. Während ihrer Ansprache war mir dann auch klar, warum. Sie hat zuletzt Magda Spiegel gespielt. Den letzten Mutterfilm (Neger, Neger, Schornsteinfeger) hat sie natürlich auch gespielt. Alles in allem eine recht betroffene Ansprache – Stimmungskiller irgendwie. Ich fragte mich sogleich, wen sie demnächst spielen wird…
Aber wie gesagt, es wunderte sich noch jemand. Nachzulesen hier.

Dennoch alles immer noch ein nicht so betroffenes Chanukka Sameach.

4 Kommentare

  1. Schoschana Schoschana

    also ich glaube, man verlebt fröhlichere chanukkatage, wenn man nicht frierend am brandenburger tor darauf warten muss, dass endlich v.f. oder wowereit oder wer auch immer die letzten jahre da war, die kerze zündet. ich zumindest hab's mir erspart.
    wo broder recht hat, hat er recht, wenn auch manches an seinem text ein wenig holperig ist (aber vielleicht kommt er ja auch in die jahre), zum beispiel dies:
    "Andersrum würde es Juden nicht schaden, wenn sie ab und zu eine Messe im Petersdom besuchen oder nach Lourdes pilgern würden, um das Christentum zu erleben."
    rührend, dass es sich so um unsere allgemeinbildung kümmert. oder ist das sein verständnis vom christlich-jüdischen dialog? als ob wir weit und breit so ganz und gar nicht in abendländisch-christlicher umgebung leben würden…
    naja, irren ist eben menschlich und ich weiss ja letztendlich auch nicht, auf welchem planeten henryk broder eigentlich wohnt. vielleicht gibt's da keine weihnachtsbäume, weihnachtsmürkte und die vielen wünsche zum einem frohen (weihnachts-) fest?
    ob er uns, wenn er zentralratspräsident geworden wäre, wohl pflichtbesuche bei christmetten und plichtpilgerfahrten nach lourdes verordnet hätte? 😉

  2. Shabbes-goi Shabbes-goi

    Genauso deplaziert wie die Ferres fand ich den Herrn im grauen Mantel mit der eigenwilligen roten Kippa!

  3. Stimmt, wer war das überhaupt?

  4. @ Schoschana: Ich habe ja die Vermutung, dass das vorbeugend geschrieben wurde, damit nicht geschrien wird, dass wir ja nie irgendwo hin gängen. Du sagst ja schon ganz richtig, dem Weihnachtsterror kann man sich nicht entziehen. Und so manchem Christen durfte so mancher Jude auch schon mal seine (also des Christen) eigene Religion erklären. Da bin ich glaube, da bin ich nicht die einzige.

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