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Die neue Bibliothek…

…der Humboldt Uni wurde heute offiziell eröffnet. Nutzbar ist sie schon ein paar Wochen. Die Bücher stehen oft noch nicht, wo sie irgendwann mal stehen sollen. Das erfordert Kreativität bei der Suche, bisher hat es bei mir aber immer geklappt. Inzwischen sind dort auch die vielen Zweigbibliotheken zum Großteil vereint. Das erspart Menschen wie mir, die an verschiedenen Instituten studieren eine Menge Reisearbeit. Ich muss gestehen: ich liebe die neue Bibliothek in ihrer Schlichtheit. Ich habe auch die Übergangslösung in der Hessischen Straße geliebt.

In dieser Woche hatte ich einen Seminarausfall und wollte so die Zeit in der Bibliothek nutzen. Eine Hausarbeit ist noch zu schreiben und nach hause fahren wollte ich vor dem nächsten Seminar nicht mehr. Also rein. Die Leseterrassen waren wegen Bauarbeiten gesperrt, sollten aber wieder geöffnet werden. Eine Chance also, einen Platz zu ergattern. Es ist mir gelungen. Ganz oben, ganz vorn, Blick nach unten. Großartig, wunderbar – aber! Aber was ich sah hat mich nach und nach mit Wut erfüllt. Wir alle kamen zur gleichen Zeit rein, die Plätze waren schnell belegt aber nicht von Studenten, die dort arbeiteten, sondern von Mänteln, ein paar Büchern und das war es dann – für Stunden. Ich habe an diesem Tag fünf Stunden dort gearbeitet und konnte beobachten, wie Plätze Mittags belegt wurden und bis ich ging, also drei, vier Stunden später nicht mehr aufgesucht wurden. Ich sah andere Studenten auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, ohne Erfolg. Ich sah Studenten, die zwar an ihrem Platz saßen bzw. lagen und ihn für einen Mittagsschlaf nutzten. Nein, nicht für ein paar Minuten, für ein zwei Stunden.

Ich bin nach und nach immer wütender geworden. Es wird inzwischen geklagt, dass die Plätze nicht ausreichen würden. Das täten sie aber. Ich bin dafür, dass Plätze, die über einen bestimmten Zeitraum nicht besetzt sind, von den Angestellten der Bibliothek geräumt werden dürfen. Natürlich erfordert es mehr Arbeit – aber offensichtlich ist gegenseitige Rücksichtnahme inzwischen ein Fremdwort. Wenn dann mal die Sachen weg sind und jemand anderer am Platz sitzt, ist das vielleicht Lerneffekt genug, seine Zeit so zu planen, dass man wirklich nur arbeitet dort und nicht schläft, schwatzen, essen geht.

Und so sehne ich mich doch etwas zurück an die Hessische Straße, in der man immer einen Platz fand und gut und ruhig arbeiten konnte….

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