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Raubkunst im Fernsehen und journalistisches Zeugnisverweigerungsrecht

Ich dachte, ich lese nicht richtig. In der von mir schon immer mit gemischten Gefühlen gesehenen Sendung „Kunst und Krempel“ des Bayrischen Rundfunks wurde ein Gemälde von Experten geschätzt. Seltsam, dass diese Experten zwar den hohen Wert erkannten, aber nicht dessen Bedeutung. Das Gemälde fällt offensichtlich unter Raubkunst …letzter bekannter Besitzer Adolf Hitler….also nicht ganz unbekannt.

Mich beschäftigt nun zweierlei. 1., dass es nicht erkannt wurde, finde ich doch recht verwunderlich. Schließlich handelt es sich hier nicht um irgendwas und 2. und geradezu skandalös: der Sender verweigert die Hilfe bei der Ermittlung des jetzigen Besitzers. Journalistischen Zeugnisverweigerungsrecht heißt das offiziell. Ich frage mich aber, ob man sich dahinter auch mit ruhigem Gewissen verstecken kann? Kann man tatsächlich einfach so, auf dem Recht der ehemaligen Besitzer, aller ehemaligen Besitzer, die ihr Eigentum zurückbekommen sollen.

Schon hier habe ich mir ähnliche Gedanken gemacht. Ich frage mich immer wieder, wie jene Menschen reagieren würden, wenn sie auf der anderen Seite stünden. Einfühlungsvermögen ist wohl ein Fremdwort.

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3s Kommentare

  1. Anonym Anonym

    Hi Juna,
    wo hast Du denn von dem Hitlergemälde gelesen? Im Netz kann ich leider nichts finden. Gibt es da zufällig einen Link? Seit "Menschliches Versagen" verfolge ich Kunst und Krempel auch immer mit gewissem Zweifel.
    Danke schon mal und viele Grüße!

  2. Anonym Anonym

    Ich kenne jemanden, der eine Pessach-Haggadah von 1906 auf einem Flohmarkt erstanden hat. Da er damals noch keinen deutschen Juden kannte, nahm er sie mit nach Jerusalem und ließ sie dort.

    Diesmal ohne Namen.

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