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Regenfahrten

Bei unserem Wetter in der letzten Zeit bleibt es nicht aus, daß ich durch strömenden Regen radeln muss. Obwohl, müssen ist das falsche Wort. Ich genieße es. Da ich ja Sommers wie Winters mit dem Fahrrad unterwegs bin, ist alles nur eine Frage der Ausrüstung. Ich mag es, durch die lehren Straßen zu fahren, fast so wie am frühen Morgen, wenn die Luft der Stadt klarer ist als sonst, wenn sie schläft und alles still ist. So ist es auch bei Regen.

Inzwischen bin ich aber überzeugt, daß es noch einen Aspekt gibt. Die Sommerradler sind weg. Jetzt bitte nicht falsch verstehen. Ich kann mich auf Touristen mit ihren Leihrädern einstellen, man erkennt sie gut und kann daher auch schon vorausschauen, daß sie wohl eher etwas unkoordiniert und vor allem unorientiert fahren. Sie nehmen allerdings auch etwas Rücksicht auf ihr Umfeld. Ja, ich hätte es nicht gedacht, aber so ist es. Was mich aber in den Wahnsinn treibt sind eben jene Sommerradler, die irgendwann, wenn die Sonne scheint, ihre meist verkehrsuntüchtigen Ungetüme aus den Löchern holen und meinen, die Stadt gehöre ihnen. Also, es ist einfach so: es gibt auf den Straßen mehrere Verkehrsteilnehmer. Ja, man mag es kaum glauben, aber es gibt auch Fußgänger, Autofahre (man stelle sich vor) und so gar und fast nicht zu glauben, Radfahrer. Und zwar solche, die nicht mit dem Augen umherschweifend, den Verkehr ignorierend mitten auf der Straße vor sich hin dösen. Es gibt tatsächlich Menschen, die ihr Vehikel zur Fortbewegung nutzen. So also noch mal ganz lanngsam: wenn man den Weg nicht weiß, sollte man einfach mal an den Rand fahren, wo man niemanden gefährdet, anhalten und bitte nicht vergessen vorher zu schauen, ob jemand hinter einem ist und sich dann dort in aller Ruhe orientieren….dann kann es auch mit neuer Orientierung und besserem Tempo weitergehen. Oder noch viel besser: einfach schieben oder das Rad ganz weg lassen, da ist man unter Umständen sogar schneller und gefährdet keine anderen Menschen.

So, ich habe es einfach satt, Zeuge von Unfällen zu werden, weil die Herrschaften meinen, sie seien allein auf der Welt…. Ich habe keine Lust mehr zu spät zu meinen Terminen zu kommen, weil es wiedermal gekracht hat…ich habe keine Lust mehr, ständig neue Bremsschuhe kaufen zu müssen, weil irgendwer plötzlich und ohne Vorwarnung mitten auf der Straße hält.

Und Ihr touristischen Autofahrer: es gibt in Berlin auch Fußgänger und Radfahrer. Ich glaube auch außerhalb lernt man in der Fahrschule sowas wie einen Schulterblick. Hier gilt eine Verkehrsordnung und die wird nicht außer Kraft gesetzt, nur weil Euer Auto groß und schwarz ist.

Also hoffe ich heute intensiv auf kräftigen Regen zum Feierabend, damit mir solche Gestalten alle erspart bleiben und ich in Ruhe, die Verkehrsordnung beachtend, nach hause fahren kann ohne von meinen erste Hilfe Kenntnissen Gebrauch machen zu müssen.

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2 Kommentare

  1. Tina Tina

    Von dem was ich als Fußgänger in Berlin und als Fußgänger und Fahrradfahrer in Hamburg beobachtet habe, würde ich fast sagen dass die Fahrradfahrer in Hamburg noch bekloppter sind als die in Berlin. Oft ists hier nicht Fahrradfahren sondern eher Kamikaze. Ich fahr hier in Hamburg wirklich äusserst ungern Fahrrad, ungefährlich ist das nämlich nicht. Und da es in HH gefühlsmässig eigentlich immer regnet, mangelt es auch in dem Umstand nicht an Fahrradfahrern.
    In diesem Sinne: Gute Fahrt.

  2. Na, da will ich mal nicht mehr meckern, was? Ich sehne einfach kühlere Temperaturen herbei und schon herrscht wieder Ruhe auf der Straße…zumindest vor den Schnecken.

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