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Gedanken durch einen Film

Gerade habe ich nach drei Tagen einen Film beendet, stückchenweise habe ich ihn gesehen, stückchenweise kamen die Gedanken, Anstöße wieder nachzudenken, zu erinnern an Dinge, die doch schon vorbei schienen. Es geht um den Film Menschliches Versagen von Michael Verhoeven. Hier kann man sich eine Zusammenfassung ansehen.

Mir geht es eigentlich nicht so sehr um den Film an sich. Die Gedanken aber, die kamen, wiederkamen, überhaupt kamen…

Es ist so seltsam. Ich habe mich nie gefragt, warum wir „nichts hatten“. Es gibt einen kleinen Beißring für zahnende Säuglinge aus Elfenbein. Aber die Tante, die doch so reich war. Was ist mit all ihren Sachen geworden. Die Pelze verkauft für die Papiere. Soviel wusste ich. Aber sonst? Die Schwester hatte nicht viel. Ob die Familie je viel besaß wage ich zu bezweifeln. Nur diese eine Tante, die durch Heirat in der Lage war ein doch eher mondänes Leben zu führen, die gab es. Und genauso, wie ich als Kind davon ausging, dass es normal sei, sich im Krieg zu verstecken, jede Nacht woanders zu schlafen, andere Namen zu nutzen, so ging ich auch immer davon aus, dass man schlicht nichts besaß. Schließlich war ja da dieser große Krieg. Jetzt aber denke ich nach. August Zirner fragt in dieser Dokumentation, wo denn die ganzen Dinge seien. Warum sich niemand zu fragen scheint, woher die Großeltern das eine oder andere Stück haben mögen. Ja, das frage ich mich auch. Warum wird nicht hinterfragt? Was ist daran so schlimm? Und immer wieder kommt mir diese Sendung in den Sinn „Kunst & Krempel“… meine Gedanken hier waren nur der für mich „unermessliche Reichtum“ dieser Menschen dort, die ihre Pretiosen zum Schätzen bringen. Auch hier wieder erst der Gedanke: „Natürlich. Bayern. Keien russische Besatzung…“ Vielleicht aber doch mehr? Ich weiß es nicht. Möchte nichts unterstellen. Und dennoch habe auch ich das Gefühl, zu schauen, ob nicht irgendwo Monogramme verzeichnet sind, die nicht in die Familie passen, nicht erklärt werden können, nicht sollen, wollen?…

Nein, ich vermute keine unbekannten Kunstwerke…keinen geheimen Schmuck… ich wünschte nur, die Menschen würden einfach aufwachen, hinterfragen. Keine Vorwürfe. Keine Beschuldigungen. Sie haben es nicht gestohlen. Dennoch kommt es nicht heute einem Diebstahl gleich, alles einfach anzunehmen und nicht nachzuhaken? Nicht eventuell doch zu versuchen, die Erben der ursprünglichen Besitzer zu finden? Und sich nicht hinter dem „legalen Kauf“ bei einer Versteigerung zu verstecken? Ich bin doch wieder sehr nachdenklich heute….

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