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Krise

Ich schreibe dies hier ohne das Wissen, ob ich es je veröffentlichen werde. Es ist ruhig geworden im Blog. Grund eine Krise, eine schwere Krise, sehr schwer. Mein Leben ist von einem Tag auf den anderen aus seiner Bahn geworfen worden, Pläne, Zukunft, Wünsche, Träume – alles ein einziger Haufen von ungeordneten, unordenbaren Stücken, Fetzen…

Ich bin ein Kämpfer, sehe weiter, sehe nach vorn und muss versuchen zu überleben – im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch meine Existenz ist gefährdet. Die Wahl, mich arbeitslos zu melden und dafür finanzielle Sicherheit zu haben, würde meine Zukunft endgültig in eine Sackgasse führen. Also muss es und wird es anders weitergehen.

Der Gedanke aber, der mir gestern kam und der mich bewog, hier zu schreiben ist, in wie weit mir mein Glaube hier durch half und hilft. Dass mir dieser Gedanke erst gestern kam, beantwortet die Frage schon. Ich habe überhaupt nicht daran gedacht. In der Rückbesinnung wollte ich einmal in die Synagoge gehen, allerdings mehr, um unter Freunden zu sein, weg von allem. Ich glaube nicht daran, dass uns irgendetwas lenkt, ich kann die Verantwortung für das Geschehen in meinem Leben nicht an höhere Mächte abgeben. Ich habe in dieser Zeit nicht gebetet, in keinen Schriften gelesen.

Heißt es nicht immer, dass man den Glauben gerade in solchen Zeiten braucht, dass man sich festhalten kann, eine Richtlinie für sein Leben hat? Folgt daraus, dass ich nicht glaube? Seltsame Fragen kommen auf. Letztlich komme ich immer wieder darauf zurück, dass man selbst für sein Leben verantwortlich ist, das beste daraus machen muss und dennoch immer im Auge zu behalten weder sich selbst noch anderen zu schaden.

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6 Kommentare

  1. Anonym Anonym

    Das tut mir leid.
    Ich hoffe, daß diese Synagoge, die Leute, den Rabbiner, die Freunde hat, die Dir eine Stütze sein können. Wenn nicht, wäre es an der Zeit, sich nach einer anderen Synagoge umzuschauen.
    Glaube ist eines, tatkräftige Hilfe und Rat, Menschen, ein konkretes Netzwerk etwas anderes.
    Ich wünsche Dir nur das Beste!

  2. Tom Tom

    Damit es nicht ganz so anonym ist: Ich bin Tom David und lese deinen Blog sehr gerne und verfolge jede Neuigkeit. Ich lebe mittlerweile in München, davor war ich allerdings in Berlin.

    Eine ähnliche Krise (von einem Auslandsaufenthalt wieder gekommen – kein Anspruch auf Arbeitslosenhilfe, die Idee HartzIV zu beanspruchen aufgrund meiner Vita verworfen…) habe ich letztes Jahr durchmachen müssen und ich kann verstehen, dass du in so einer Situation auch eine Zeit des Zweifelns durchmachst. Das ist normal, denn wenn fast alles so plötzlich erschüttert wird, stellt man auch alles andere in seinem Leben komplett in Frage.
    Der Kommentar meines Vorredners ist richtig, glaube ich. Denn ich habe in dieser Krise die Synagoge als eben die Gemeinschaft erfahren, die da ist. Als den Ruhepol, der mir sagt, es wird alles gut werden. Und den Rabbiner, der sagt, er hat auch keine Antworten – aber er kann zuhören und da sein.

    Shavua Tov!

    David

  3. ich möchte dir einfach alles Gute wünschen!

  4. Versuch die Anbindung an die Synagoge. Gerade in der Krise ist es gut unter Freunden zu sein.
    Außerdem: natürlich sind wir für unser Handeln verantwortlich. Was spricht dagegen, zu beten und Gott um Hilfe zu bitten? Damit geben wir die Verantwortung für unser Handeln nicht ab.
    Ich wünsche Dir alles Gute, dass sich die Situation durhc die Du jetzt gehst sich zum Guten für Dich wendet!

  5. Danke an alle für die lieben Worte und die moralische Unterstützung! Ich weiß, daß es voran gehen wird. Ich denke, die Synagoge ist momentan nicht mein zuhause, die Freunde sind außerhalb da und fangen ab. Und wie immer, erkennt man gerade dann, auf wen man bauen kann – gerade von ungeahnter Stelle. Daher auch ein Danke an diese Menschen!!!

  6. Friede sei mit Dir, Juna. Ich bin über Mentio´s Blog hier vorbei gestolpert und hab über Dein…hm… Missgeschick gelesen.
    Naja, mir ging´s genauso, vor zwei Monaten. Zack, Boden unter den Füssen wech gezogen und da hockst Du dann, allein (trotz Familie) und verlassen. Kannst schaun, wie Du zurecht kommst und was neues findest, was Dich ausfüllt irgendwie.
    Freunde sind immer gut, irgendwie. Glaube hilft auch, aber es ist nicht das Gebäude, in dem er stattfindet, sondern Glaube entsteht und lebt in Deinem Geist. Glaube ich jedenfalls. Ich bin kein Christ (mehr), auch bin ich nicht jüdisch. Würde mich eher als einen innerlich heimatlosen Möchtegern-Buddhisten bezeichnen (gibt´s sowat überhaupt?). Is ja auch egal! Wichtig ist nur, dass wir alle Menschen sind und Dir wünsche ich alles Gute für die Zukunft. Das wird schon wieder 😉
    Liebe Grüße und viel Energie sendet Thialfi

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