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Die Sammlung Prinzhorn – Dokumentation

Die Gebrüder Beetz Filmproduktion ist mir bekannt durch ihren Film „Jew by Choice“ (Trailer hier). Der Film war besonders in jüdischen Kreisen sehr umstritten, viel diskutiert. Dazu sollte ich eigentlich noch einen Beitrag schreiben…

Vor einigen Tagen bin ich aber auf ein anderes Projekt gestoßen. Per Zufall blieb ich hängen und am Ende sah ich, wer die Macher waren. Es handelt sich hierbei um eine Dokumentation zu Sammlung Prinzhorn. Das hier links zu sehende Bild stammt von August Neter (Natterer 1868-1933): “Hexenkopf“ (Vorder- und Rückseite), um 1900, Heidelberg (Prinzhorn Sammlung). Prinzhorn sammelte die künstlerischen Arbeiten von Patienten psychiatrischer Anstalten. In einer Welt, in der Kunsttherapie heute zum Normalen gehören, erscheint das sehr merkwürdig. Doch in der Zeit, in der Prinzhorn lebte, war das noch Zukunftsmusik. Warum sollten „Geisteskranke“ nicht auch Künstler sein? War damit ein Künstler auch geisteskrank? Christian Beetz geht diesem in den drei Filmen nach – auch das Leben Hans Prinzhorns wird nachgezeichnet. Das Lebenswerk diesen Mannes konnte erst nach dem Krieg Würdigung finden – er selbst hat es nicht mehr erlebt. Für den 75 minütigen Film „Zwischen Wahnsinn und Kunst – die Sammlung Prinzhorn“ bekam die Produktion in diesem Jahr verdient den Grimme Preis.

Eines ist klar, sollte es mich einmal nach Heidelberg verschlagen, muß ich unbedingt das Museum aufsuchen. Die Arbeiten sind im wahrsten Sinne, der pure Wahnsinn. Trailer des zweiteiligen Films WAHNSINNIGE KUNST – DER GEWEBTE SCHMERZ und WAHNSINNIGE KUNST – DAS UNERHÖRTE GENIE kann man sich hinter den Titeln ansehen. Was in der Doku aber auch zur Sprache kam: Einen wirklichen Künstler heute in der Kunsttherapie zu entdecken ist quasi unmöglich. Doch ist es außerhalb der Psychiatrie auch nicht viel anders: wirkliche Künstler unter den selbsternannten zu finden ist auch schwer.

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